ersteWorteblog

D a R/2

Blog Single

Das allererste Rauschen/2

TEIL 1 - DEZEMBER 1997

1 - KLINIKPROTOKOLL M; 18.12.97

Sie sagen, ich müsse zur Ruhe kommen. Sie sagen, es ginge alles nicht so schnell, wie ich mir das wünsche, und dass die Erinnerung eine Art eigenständiger Mechanismus sei, der sich nicht anschieben, sich nicht beschleunigen ließe. „Mechanismus“. Alleine schon das Wort, diese Bezeichnung - als wäre unsere Stofflichkeit ein Apparat, der kaputt gehen kann, den man warten und reparieren muss, falls erforderlich. Dieser eine Psychologe, Dr.Licher, den ich schon aus der Zeit als Zivi kenne, den ich damals schon so lächerlich und hassenswert fand, in seiner Aufgeblasenheit, in seiner inszenierten Unantastbarkeit, dieses Erhabene vor sich her tragend, immer über uns und den Dingen stehen wollend - dabei war und ist er einfach nur völlig verloren in seiner angelernten Theoriesuppe – den scheinen sie direkt auf mich angesetzt zu haben. Damals? Es muss vor ungefähr 9 Monaten gewesen sein, dass wir unseren Dienst an der Gesellschaft hier beendet haben - F in der Wäscherei, ich auf u.a. auch dieser Station - es will mir vorkommen, als wären es 9 Jahre…

Heute Vormittag war es wieder ernüchternd: Wir hatten Einzelsitzung, saßen uns gegenüber, der Herr Doktor schweigend, mich fixierend, sich Notizen machend, ich schweigend, ihn fixierend, mir innerlich notierend, wie ich ihn am elegantesten würde irritieren und lächerlich machen können, einfach durch das, was ich sehe, anhand der Karikatur, (als) die ich (ihn) wahrnehme. Nur funktioniert es nicht mehr, es prallt alles ab, an ihm, an seinem Phlegma: Ich sehe einen Idioten, ich lasse die Stille knistern und dröhnen zwischen uns, seine Visage verschwimmt, nimmt absurde Formen und Konturen an - bizarre Entstellungen, die mir da gelingen - aber das alles bleibt bei mir, es fehlt die Resonanz und die Rückkopplung, es funktioniert nicht alleine, nicht ohne einen Dritten, der die Intersubjektivität durch seine Anwesenheit anreichert und verändert, der diese Patt-Situation zweier aufeinanderprallender Wahrnehmungen zu beenden vermochte, dessen Blick sich einer angebotenen Wirklichkeit anschließt und diese dadurch realisiert und konkretisiert... Nicht ohne einen Anderen also, der meine Bilder zurückwirft, bestätigt, vollendet. Es gelingt nicht, ohne F. Es scheint fast so, als sei mit seinem Verschwinden auch ich in einer Auflösung befindlich. Ganz langsam, aber stetig, verschwinde auch ich, löse mich auf, werde unerheblich. Der, der ich ZUSAMMEN sein konnte, mit ihm, als doppelte Spiegelung und durch die gemeinsame Entwerfung, der ist nicht mehr aufrufbar, den kann ich nicht mehr sehen, erkennen, verkörpern. Ich kann das nicht mehr SEIN. ICH kann nicht mehr sein. Meine Rahmenkonzeption scheint vollumfänglich auf einer Angewiesenheit errichtet, die sich auf das Angesehensein von einem Menschen bezieht. Dessen Abwesenheit beleuchtet dieses Dilemma und wirft seine Schatten auf das, was ich sein konnte und wollte, mit ihm, für ihn, anhand seiner Zugewandtheit, in seinen Augen. Das, was ich da erblicke, in diesem stumpfen Spiegelimitat auf der Toilette von Zimmer 11, hier, in dieser Klinik, kann kaum auf mich verweisen, hat keine Ähnlichkeit mit Jenem, den ich darzustellen vermochte, der ich SEIN ZU LIEBTE, während unseres zivilen Ersatzdienstes.

Ich will nicht „zur Ruhe kommen“. Es erscheint mir als die letzte Kapitulation, vor ihnen, vor den Buckligen, es ihnen gleichzutun und ebenso in eine Starre zu verfallen - endlich auch bewegungslos sein, in sich ruhen, sie bloß nicht mehr nerven und korrumpieren, in ihrer Lethargie, bei ihrer vollumfänglichen Parese, die sie da ERWACHSENSEIN und REIFE nennen, die sie als DAS LEBEN verklären und es damit verwechseln, mit ihrer Taubheit, ihrer Erblindung und mit diesem Wachkoma, in das sie alle irgendwann fallen, weil sie meinen, dass man das eben tut, wenn man älter wird, weil ihnen diese Entsprechungen und Blaupausen ebenso vorgelebt worden waren, weil sich da einer am anderen orientiert und infiziert, mit diesem Abstumpfungs-Erreger, der die Lebenssäfte aussaugt, die Empfindungen lahmlegt, der aus ihnen Wachsfiguren werden lässt, die einander nicht zu nahe kommen, die sich nicht mehr begegnen, nicht wirklich, nicht aufrichtig...

Andererseits: Woher diese Hybris, woher die Anmaßung, mich drüberzustellen, mich derart erhaben und exaltiert zu verorten, von ganz weit oben auf die Anderen zu schauen und mich dann über deren Zwergenhaftigkeit zu wundern, darüber zu lachen, dass eine von mir und zu meinen Gunsten erst installierte Hierarchie das Gegenüber degradiert und der Lächerlichkeit preisgibt. Es scheint immer wieder derselbe Vorgang zu sein, es ist dasselbe existentielle Dilemma jeder einzelnen Individualiserung, das uns alle zeichnet und beugt. Wir büßen die Wachheit für die Anderen ein, drehen uns fortan vorwiegend um uns selbst, reklamieren Liebe, Zuwendung und Exklusivität, um dadurch die eigene Selbstoptimierung vorantreiben zu können, um anhand des erfahrenen Geliebtseins die eigene, aktive Liebesbemühung einzustellen, um die anfänglich noch wild oszillierenden Empfindungen auf ein erträgliches, gemütliches Maß herunterpegeln zu dürfen, um endlich auch regulär und naturgemäß abstumpfen zu können, weil alles andere zu anstrengend und zu aufwändig wird, uns zu deutlich die Widersprüchlichkeit vor Augen führt, die ein durchschnittliches Dasein auszeichnet, diese Ambiguität, die im Sozialen jede Erfahrung von Eindeutigkeit verhindert. Jedes wirklich und aufrichtig gelebte WIR fordert, braucht Pflege, muss immer wieder erarbeitet und veredelt sein – muss immer wieder NEU GELINGEN. ICH ist immer schon da, ICH ist all das, was (übrig) bleibt und was unmittelbar sichtbar wird, wenn die Bemühungen eingestellt werden, sich anderen zuzuwenden, aus den Störgeräuschen des SOZIALEN irgendetwas zu essenzieren, das über uns selbst hinauszielt, das auf etwas verweisen könnte, was nicht der eigenen Selbsthygiene dient.

Vielleicht haben wir es übertrieben. Vielleicht waren wir zu fordernd, haben überreizt, uns selber aufs Spiel gesetzt und verzockt. Aber wenigstens haben wir gespielt, zumindest waren wir im GAME, und wenn auch nur für einen kurzen, heftigen Zeitraum. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen dies schon von sich behauptet haben, der wievielte Depp ich bin, der meint, seinem alltäglichen Scheitern eine existentielle Anreicherung zukommen lassen zu können, indem er es nachträglich aufpumpt, das eigene Narrativ, der sich wichtig und besonders machen will, der wild strampelt und um sich schlägt, um die Beschleichung abzuschütteln, die auch ihn anzufallen droht, die immergleiche, ewigliche Heimsuchung:

Auch du bist nur ein Furz. Auch dich wird es nicht gegeben haben. Auch von dir wird es nichts zu berichten geben, du wirst, wie alle Fürze, im Wind verwehen. Und wie lächerlich sie ist, diese Sehnsucht nach Besonderheit, so menschlich sie auch sein mag. All die peinlichst berührenden Autobiographen, die sich für nichts und für niemanden interessieren, außer dafür, dass sich die anderen bitte für sie zu interessieren haben.

Ich stelle das Radio lauter, es läuft „losing my religion“ von REM. Bei den Zeilen „…that´s me in the corner…“ singe ich mit, laut, schräg, mich selber begleitend und erheiternd, indem ich einen Kanon an-und vortäusche. Überdruss. Es ist da nichts als Überdrüssigkeit, die ich an mir selbst empfinde, sowie auch am Dasein selber, weshalb ich möglicherweise schon genau richtig bin, hier, an diesem Ort, wo man mit mir und mit Jenen umzugehen weiß, die nicht mehr wollen, die aber noch zu müssen haben, die sich selber nicht und keine Lust mehr spüren, die aber die eigene Unlust noch voranzutreiben und zu entfalten haben, für einen unbestimmten Zeitraum. Also gehe ich wieder zurück, werfe meine Gedanken erneut auf das bereits Geschehene, bestenfalls auf das, was noch lückenhaft ist, wo mir noch Puzzleteile, noch Mosaiksteine fehlen, was biographisch und die Widerfahrnisse betreffend noch zu ergänzen ist und wäre. Ich denke an den letzten Sommer in Freiheit, an die letzten Monate mit F, an die schwebenden Stränge unserer Erzählung. Ich versuche, dieses Verfahren anzuwenden, das mir der Volldepp Licher empfohlen hat: ich beginne einfach damit, was ich erinnere, was ich mir wieder vor die Augen rufen kann, und hoffe, dass die Lücken sich dann schließen, sich mit Versatzstück und Erinnerung füllen, dass die Bilder langsam und behutsam zurückkommen, Erfahrungen, von denen „mein Gehirn mich selbsthygienisch abgetrennt hat…“, die „durch die Traumatisierung abhanden kamen, um mich und um meine SEELE zu schützen…“ Zitat: Dr.W.Licher...
Schützen“? Vor was denn eigentlich, denke ich, vor mir selbst und vor meinem eigenen Erleben, vor meiner zynisierten und kaum noch anschlussfähigen Wirklichkeitsauffassung? Ich lege mich also auf mein Bett, ich schließe die Augen, ich atme tief ein und aus. Das Erste, was sich mir öffnet, ist kein Bild, ist überhaupt nichts Visuelles, sondern eine Tonspur, ein gedoppelter Gesang, eine Art Mantra – wütend, schräg und mir vertraut…:
Fuck you, i won´t do what you tell me!“ Bitte nicht, denke und flüstere ich, nicht dieser zur Mitgrölhymne in den Bierzelten der provinziellen Schützen-und Heimatfeste verkommene Song, der toll ist, der toll war, damals, der beim ersten Hören etwas Erleuchtendes hatte und sendete, der den männlich-jugendlichen, von Hormonen und weichen Drogen überforderten Körper sanft in Entsprechung und Verstandensein wog, hin und her, wie die gesamte Platte, deren Erscheinen ein kollektives „genau! sag ich doch! DAS meine ich doch eigentlich...“ nach sich zog und implementierte. So erinnere ich das wenigstens, jetzt, hier, etwa eineinhalb Jahre später und älter. Dann kommen auch die zugehörigen Bilder. Schmiddi singt den Text mit, halbironisch, weil er schon 29 ist. Wir warten auf die Wiederholungen, auf die Steigerung und auf den Exzess, der dann folgt, wie in beinahe jedem Song dieser Platte, auf die Entladung, der man sich dann ausliefern kann. Schmiddi reicht mir ein Bier, neben mir steht T, macht sich zum Springen bereit, den Oberkörper leicht gebeugt, die Nackenmuskeln angespannt, wo ist F? Grad eben stand er noch vor der Hütte, redete mit diesen drei Statisten, textete sie zu, ließ sie einfach nicht zu Wort kommen, um nicht hören zu müssen, was sie alles nicht zu sagen hatten. Die Bilder werden flüssiger, eines greift ins andere, ich lasse es einfach laufen, vor meinem inneren Auge, und merke, wie mir irgendwann der Ansatz eines Lächelns gelingt, was unmittelbar zu einer Art Behaglichkeit führt, die ich mit einem anderen Gefühl assoziiere: ich bin 5 Jahre alt und bei den Großeltern, ich liege Nachts im Bett und warte auf den Schlaf, strecke und dehne die Füße, reibe entspannt die Zehen und Sohlen aneinander, an den Wänden meines Zimmers sehe ich die Lichter der Autos entlangwandern, die auf der Kudener L 276 Richtung Averlak, bzw. Eddelak, bzw. Aebtissinwisch, vorbeifahren. Ich bin absolut sicher und ummantelt, in dieser Situation, in der Erinnerung.

Jetzt eskaliert Zack de la Rocha, getragen von Tom Morellos Gitarrenriff, jetzt eskalieren auch wir, kurz, für die Dauer dieser hingebrüllten Verweigerung. Es ist schön, jung zu sein. Wir können nichts, wir machen nichts, wir wollen nichts, und das ist völlig okay, es ist ein Einklang, in dem wir uns befinden, ein Einverständnis zwischen uns und unserer Situiertheit. Man erwartet nichts anderes von uns, als dass wir nichts können, nichts machen, nichts wollen - vorerst, noch für ein paar Monate vielleicht, ist es eine und diese Art von Privileg, das den 18-19-Jährigen zugeteilt wird, ein absolutes und vergängliches Recht darauf, sich selbst zu genügen und entsprechen zu dürfen. Das Problem besteht nur darin, dass dies ganz plötzlich nicht mehr so sein wird, dass unvermittelt und bald ohne Übergang etwas anderes gefordert und nachzuweisen ist...Aber das können wir hier-in diesem Bild, im Frühsommer ´96 - noch nicht wissen.

Es sind dies die Stunden nach dem SICK OF IT ALL- Konzert, in irgendeinem ANTIFA-JUZ Nordhessens, die ich hier rekonstruiere. Aus welchem Grund mir gerade diese Nacht und dessen Szenen jetzt zufallen, das ist mir noch nicht völlig klar, eine Ahnung entsteht da jedoch schon. Es wird mit F zu tun haben, es wird sich wieder um ihn drehen, es wird von ihm handeln, wie beinahe alles, was sich davor schon ereignete und danach noch zugetragen haben wird. Es wird auch hier SCHULD zu verhandeln sein, in dieser Szene, die mein Gedächtnis bereitstellt - nur ist noch nicht eindeutig geklärt, um wessen Schuld es sich da handelt. Auch dies hat mir Licher vermittelt, die dumme Sau.


Die Teile knallen aber ganz schön, oder bin das nur iCH?“ Schmiddis Blick hat sich leicht verrückt, während er über seinen eigenen Spruch lacht. Seine großen, kugelrunden Augen hinter den dicken, kugelrunden Brillengläsern, treten unnatürlich hervor, dominiert von diesen Pupillen, die einen immer fixieren, auch und obwohl sie stets um einen Millimeter am jeweils angestarrten Objekt vorbeizusehen scheinen. „Ich merk noch nicht viel…“, sagt F, auf uns zugehend, eine Dose Karlsquell in jeder Hand. Klar - er verdaut und verträgt die höchsten Dosierungen, so steht es in seinem Script, so ist seine Rolle von ihm angelegt. Es ist auch die Nacht vor dem Abend, an dem die beiden - Schmiddi und F - sich in T´s WG , die den Zivildienstleistenden von der Melsunger Diakonie bereitgestellt ist, einen Trip teilen, den dann ausnahmslos alle über sich ergehen lassen müssen, mit allen Konsequenzen - Schmiddis Gitarrenspiel, F´s Gesang, die Diskussionen der beiden, ob Schmiddi eher wie ein Walross oder ein Seelöwe, und F eher wie ein sehr blasser Ägypter, oder wie ein zu lang geratener Indianer aussieht, in diesem Zustand. Ich sehe nun alles immer klarer, ich sehe, dass ich schon während des Konzertes, und selbst noch im Mosh-Pit, auf eine mich bedrängende Weise erregt bin. Erregung, die sich von Bildern nährt und immer wieder daran aufbaut, Bilder, die ich absichtlich hervorhole, die mich und F betreffen, unsere spontanen und linkischen, sexuellen Entladungen aneinander, in seinem Passat, in meinem Kadett, auf der Matratze in seinem Zimmer - völlig egal, Raum als Solches ist stets austauschbar, ist nur das Nebeneinander der Dinge, die Anordnung der Begebenheit. Meistens sehe ich dann F, wie er so tut, als ließe er das alles nur über sich ergehen, als würde ich ihn halbwegs nötigen, als hätte er keine Wahl. Es ist explizit diese Ambivalenz, es ist sein gespielter Widerwille und die nicht zu überspielende, die sicht-und spürbare Lust, die es ihm dennoch bereitet, die mich und meinen Puls auf eine Weise beschleunigt, die ich kaum aushalten kann, die sich unbedingt und zeitnah zu entladen hat, die ich aber auch genieße - den Zustand der Erregtheit ebenso, wie das Gefühl des Verfügenkönnens, über ihn, des Mit-ihm Spielens, ihn durchschauen und lenken und manipulieren zu können, vielleicht nur, weil er sich SCHULD zuzuschreiben scheint, weil er sich gegen den Eindruck, sich an mir schuldig gemacht zu haben, nicht hinreichend wehren kann.


Die nächste Szene. Jetzt sitzen wir in meinem hellblauen Kadett. Es stinkt nach ausgelaufenem Benzin und Öl, nach abgestandenem Bier, nach kaltem Tabakqualm, und noch nach etwas anderem, das seinen Duft gerade erst entfaltet und im Wagen verteilt. Ich kann es auch jetzt riechen, hier, auf dem Bett der Klinik liegend - es ist der Geruch von aufsteigender, expansiver Lust, von exzessiver Sexualität, die nicht unterdrückt wird. Es riecht nach roher Körperlichkeit, ungehemmt und ungewaschen. Ich habe den Hosenstall geöffnet, im Bild wie in der Gegenwart. Im Bild lehnt F sich herüber, senkt den Kopf in meinen Schoß. Ich lege die Hand auf seinen Hinterkopf, erzeuge sanften und nachhaltigen Druck, verfüge vollständig über ihn und seine Bewegungen, dominiere seine Affekte und seine Handlungen. Ich bleibe und verweile in dieser Einstellung, genieße es auch jetzt, als Wiederholung. Dann sehe ich, aus dem Kadett heraus, plötzlich Schatten in meinem Blickfeld, vielleicht 2-3 Meter entfernt, seitlich am Auto sich entlang bewegend. Ich erschrecke kurz, verspüre den Impuls, hochzufahren, den irgendwie ja peinlichen, zumindest aber wenigstens einen von uns korrumpierenden Vorgang zu beenden. Aber ich unterlasse es. Ich weihe F nicht ein, der die Augen weiterhin geschlossen hat. Ich lasse mir nichts anmerken. F macht also weiter, während da draussen T, Erik und Fabi stehen. Sie rauchen, sie tun so, als würden sie nichts sehen, als würden sie nichts sehen können, durch die von innen feucht-beschlagenen Fenster. Es zieht ein Kribbeln durch meinen Körper, während ich hier liege, und an diese Szene denke. Es ist die vollständige Erniedrigung, der F ausgeliefert ist, ohne es zu wissen und zu merken, und es ist proportional dazu eine bald schon absolute Macht, die ich empfinde, zurückgelehnt in meinem Wagen sitzend, die Jeans geöffnet ...

Es wird dies beobachtet, es ist gesehen von all Jenen, die da vor meinem Opel stehen und so tun, als würden sie NICHT da stehen, NICHT sehen, NICHT beobachten.


Diesen Blog teilen:
Autor Florian Giesenhagen

Dipl.-Hygiagoge im Hygiagogik-Zentrum Nordwest

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

jQuery(".bt-switch").bootstrapSwitch();